Zuchtbericht: Stauropus fagi, der Buchen-Zahnspinner
So ziemlich das "Schrägste", was es in der einheimischen Schmetterlingswelt gibt, sind die Raupen des Buchen-Zahnspinners. Während die frisch aus dem Ei geschlüpften Räupchen von Form und Farbe her schon fast an Wald-Ameisen erinnern, verändern sich die älteren Raupen nach und nach komplett, werden rot- oder graubraun und haben eine recht plumpe Gestalt. Das zweite und dritte Paar der Brustbeine wird stark verlängert, die letzten drei Hinterleibbsegmente entwickeln sich keulenförmig und anstelle des Nachschiebers sitzen am Ende zwei fühlerartige Fortsätze.
Im Freiland muss man schon Glück haben, wenn man die Raupen findet, doch dass Friede eine ganze Zucht durchführen konnte, ist wirklich ein Glücksfall. Normalerweise sind es männliche Falter, die auf der Suche nach Weibchen nachts auch ans Licht geflogen kommen. Ende Juli 2022 kam dann doch einmal ein Weibchen und als Friede das "völlig fertige" Tier wieder freilassen wollte, entdeckte er frisch gelegte Eier. Und dann ging's los ...

Eier - 26.07.2022
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Eier - 26.07.2022
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Jungraupe - 28.07.2022
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etwas älter - 02.08.2022
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etwas älter - 05.08.2022
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etwas älter - 07.08.2022
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10.08.2022
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10.08.2022
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10.08.2022
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14.08.2022
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14.08.2022
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14.08.2022
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Die farbliche Variationsbreite reicht, wie man sieht, von gelbbraun bis graubraun. Und was das jeweilige Datum angeht: Die Raupen entwickeln sich interessanterweise nie gleichmäßig: Während die einen schon fast verpuppungsreif sind, sind andere noch im viel früheren Stadium. Auch die Verpuppungen "ziehen sich" - damit wird vermutlich ein größerer Schlupferfolg erreicht, falls ein Beutegreifer gerade in der kritischen Verpuppungszeit auf Nahrungssuche ist.

19.08.2022
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19.08.2022
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04.09.2022
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Raupe spinnt sich ein - 30.08.2022
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Kokon fast fertig - 04.09.2022
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in Blatt eingesponnen - 18.09.2022
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Puppe - 18.09.2022
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Puppe - 18.09.2022
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Kremaster - 18.09.2022
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ein prachtvolles Ergebnis - 06.05.2023
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leere Puppenhülle - 06.05.2023
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Alle Fotos: Friedemann Treuz, Bitz
Mehr zu Stauropus fagi und den anderen Zahnspinnern → hier
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Kurzinfo
Lebensweise
Die nachtaktiven Tiere falten ihre Flügel in Ruhestellung dachziegelartig zusammen und schieben die Hinterflügel nur so weit unter die Vorderflügel, dass jener Teil, der gleich wie die Oberseite der Vorderflügel gefärbt ist, über den Vorderrand der Vorderflügel hinausragt. Dadurch ist nur der graubraune Bereich der Hinterflügel von den Vorderflügeln verdeckt.
Flug- und Raupenzeiten
Die Falter fliegen in einer Generation von Mitte April bis Ende Mai und von Anfang Juni bis August. Bei diesen beiden Flugmaxima handelt es sich nicht um zwei Generationen, sondern um zwei separat auftretende Stämme einer Generation.
Nahrung der Raupen
Die Raupen ernähren sich von den Blättern verschiedener Laubbäume und Sträucher. Zu ihnen zählen Rotbuche, Hainbuche und Gemeine Hasel, aber auch Hänge-Birke, Feldahorn, Roteiche, Schlehdorn, Hartriegel und Kulturapfel wird gefressen.
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